IGS-Garbsen unterstützt Entwicklungsprojekt

Während der Projektwoche 2016/17 beschäftigte sich der 9. Jahrgang in verschiedenen Workshops mit dem Entwicklungsprojekt „Wasser für Agnam“.

Eine kleine Gruppe von Schülern interviewte in diesem Rahmen Herrn Eckartsberg. Er ist Mitgründer der Organisation “Wasser für Agnam“. Dadurch hatte er die Möglichkeit, das Land zu besuchen und dort zu helfen. In diesem Interview wird es um seine Erlebnisse vor Ort gehen.  

Die ganze Reise dorthin und zurück dauerte ca. vier Tage. Die waren alleine schon aufregend, weil die Fahrten anders abliefen als man es in Europa kennt, berichtet Herr Eckartsberg, denn auf den Dächern der Autos wurden neben Menschen z.B. auch Ziegen transportiert. Angekommen in Agnam wurden sie herzlich von den Einwohnern empfangen. Die Temperaturen dort waren wie erwartet sehr heiß, aber nicht so stickig, wie in Deutschland, schildert Herr Eckartsberg uns seine Erfahrungen. Er war mit kleinen Unterbrechungen insgesamt sieben Wochen in Agnam. Vor der Reise musste er sich allerdings gegen manche Krankheiten impfen lassen, z.B. gegen Malaria. Da Herr Eckartsberg den Luxus in Deutschland nicht so nutzt, hatte er keine großen Probleme damit, sich dort auf die Lebensbedingungen umzustellen. Die erste Nacht, die er dort verbrachte, war sehr aufregend, denn er schlief ein und auf einmal fiel etwas auf sein Kopfkissen, kroch in sein Laken und er bekam einen ziemlichen Schrecken. Es stellte sich heraus, dass es nur ein Gecko war.

Er hat uns außerdem erklärt, warum die Biogasanlagen in Agnam gebaut werden sollen, und zwar, weil die Einheimischen mit dem erzeugten Gas aus organischen Abfällen kochen könnten. Das ist ein viel sparsamerer Vorgang, als wenn sie Holz benutzen würden.

 Abschließend berichtete er uns, dass er die Reise so interessant fand, dass er das Dorf sogar mehrmals besucht hat.

 

 

Auszug aus dem Interview:

 

Interviewer: Wie haben Sie beim Entwicklungsprojekt „Wasser für Agnam“ mitgeholfen?

 

Herr Eckartsberg: Der Verein wurde vor 30. Jahren gegründet. Ich habe mitgeholfen, die Wasserleitungen zu bauen. Zur Einweihung war ich dann das zweite Mal dort. Insgesamt konnte ich den Ort jetzt acht Mal besuchen.

 

Interviewer: Denken Sie nach Ihren Reisen anders über das Projekt?

 

Herr Eckartsberg: Ich habe neue Erfahrungen gemacht, aber auch die Schwäche des Projektes erkannt. Die Menschen waren es gewohnt, sich ihr Wasser aus sieben Kilometern Entfernung mit großen Gefäßen zu holen, das war mühselig, aber es kostete nichts! Jetzt mussten sie auf einmal für das Wasser zahlen. Damit waren zunächst viele nicht einverstanden. Es hat lange gedauert, bis sie das akzeptiert haben. Dafür mussten sie sich das Wasser jetzt auch nur noch aus 100 Metern Entfernung holen.

 

Interviewer: Was war Ihr schönstes und Ihr schrecklichstes Erlebnis?

 

Herr Eckartsberg: Mein schönstes Erlebnis … (überlegt), war, dass der Dorfälteste zu mir kam und sagte, dass das nächste Kind, was geboren wird, meinen Namen tragen soll. Als ich wieder zu Hause war, bekam ich einen Brief, in dem stand, dass das Kind ein Mädchen war (lacht), da Karl ein Jungenname ist, wurde sie Karla genannt, erhielt jedoch noch einen französischen Zweitnamen. Jetzt ist sie ungefähr 12 Jahre alt.

Mein schlimmstes Erlebnis war, als ich eine Krankenstation besuchte und sah, wie gerade ein Junge mit einem dreckigen und rostigen Rasiermesser operiert wurde. Seine eine Gesichtshälfte war angeschwollen und musste aufgeschnitten werden. Da es keine Betäubungsmittel gab schrie er, weil es so weh tat.

 

Interviewer: Hat Sie das, was Sie gesehen haben geprägt?

 

Herr Eckartsberg: Ja, dort gab es noch kein Toilettenpapier, man ging mit einer Kanne voll Wasser auf Toilette und reinigte sich damit. Die Männer haben immer zuerst gegessen, danach die Frauen und Kinder. Zuletzt durften dann auch die Tiere der Familien von dem Teller essen. Dieser wurde dann nur mit Sand und einem Tuch abgewaschen.

 

Interviewer: Helfen Sie immer noch aktiv beim Projekt mit?

 

Herr Eckartsberg: Ja, ich bin nach wie vor Mitglied, gerade wird ein neues Projekt geplant. Da das Dorf in der Sahelzone liegt, gibt es dort nur wenig Holz und das vorhandene ist bald aufgebraucht. Geplant sind vorerst drei Biogasanlagen.

 

Interviewer: Wie kam es dazu, dass Sie sich für das Projekt interessiert haben?

 

Herr Eckartsberg: Die Entwicklung in den 3. Weltländern hat mich schon immer interessiert. Manche Menschen wissen nicht, wohin mit ihrem Geld und manche haben gar keins.

 

Interviewer: Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie nach Agnam reisen?

 

Herr Eckartsberg: Zuerst ein Geschenk für meine Namenstochter Karla, dann Sachen für die Schule, wie z.B. Kreide, Blöcke und Schwämme. Manchmal auch DVDs und Lern-CDs.

 

 

Auch Sie können wie Herr Eckartsberg aktiv mithelfen und Menschen im Senegal helfen, indem Sie sich für 12 Euro im Jahr dem Verein „Wasser für Agnam“ anschließen. Auch jüngere Leute sind natürlich herzlich willkommen!

 

Hier finden Sie/ihr die Kontaktadresse des Vereins:

 

Hartmut Büttner

Rathausplatz 1

30823 Garbsen

Tel.: 0172 735 41 89

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Spendenkonto :

IBAN: DE 75 2519 0001 6155 5550 00

Volksbank Hannover e.G.

BIC: VOHADE2HXXX

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