Oberstufenschüler des 11. Jahrgangs beschäftigen sich in ihrer Projektwoche mit Asse

 

Radioaktiver Müll entstand durch die jahrzehntelange Nutzung von Kernenergie, aber auch in anderen Bereichen der Technik, Medizin und Forschung. Ein großes Problem ist die Endlagerung dieser Abfälle, denn es ist nicht nur technisch-naturwissenschaftlich schwer zu lösen, außerdem wirft es auch ethische und politische Fragen auf.


In dem Projekt von Dr. Gerrit Oppermann wurden die physikalischen Grundlagen experimentell erarbeitet und die biologische Wirkung sowie die Gefährlichkeit von Strahlung betrachtet. Außerdem diskutierten die Schüler geologische, politische und ethische Fragestellungen und fuhren gemeinsam nach Wolfsburg ins Phaeno.


Zunächst sprachen die Elftklässler über die Asse und die Probleme der Entsorgung. Mithilfe der Methode „Gruppenpuzzle“ thematisierten sie verschiedene Strahlungsarten, wie z.B. die Alpha-Strahlung, Beta-Strahlung oder die Gamma-Strahlung. Als letztes wurde ein Experiment zum Abstandsgesetz durchgeführt, das vor Augen führte, welche Distanz erforderlich ist, um nicht verstrahlt zu werden.
Am Dienstag gab es zu Beginn ein Experiment über die Abschirmung und die Grundregeln des Strahlenschutzes. Herr Dr. Oppermann maß mit einem Geigenzähler die Radioaktivität und stellte dadurch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Strahlungen, die Auswirkungen verschiedener Materialien und ihrer Schichtdicke dar. Außerdem wurde die natürliche Radioaktivität und die biologische Wirksamkeit/Dosis besprochen.

Grundregeln des Strahlenschutzes:
Abstand → so groß wie möglich
Aktivität → so gering wie möglich
Abschirmung → so stark wie möglich
Aufenthaltsdauer → so kurz wie möglich

Am Mittwoch dachten die Teilnehmer über geologische Konzepte nach und verglichen die Möglichkeiten, wie man den radioaktiven Abfall am besten unter der Erde lagern kann. Dafür haben sie Endlager-relevante Eigenschaften potentieller Wirtsgesteine, wie z.B. Steinsalz, Ton/Tongestein und Kristallin-Gestein (z.B. Granit) in einer Liste zusammengestellt und herausgefunden, mit welchem Gestein es am besten gelingen würde, die Abfälle zu lagern. Anschließend gab es eine von Herrn Dr. Oppermann vorbereitete Diskussion über die Rückholbarkeit der Asse. Von den Grünen zusammengetragene Argumente für und gegen die geschlossene oder offene Form der Lagerung, mussten von den Schülern in ihrer Diskussion verwendet werden. Doch beide Seiten hatten starke Argumente, was dazu führte, dass es kein eindeutiges Ergebnis gab.

 

Zu guter Letzt fuhr die gesamte Gruppe am Donnerstag ins Phaeno nach Wolfsburg, wo sie eine große Nebelkammer zur Beobachtung von Strahlungen besichtigen konnten.

Es bleibt zu hoffen, dass alle Schüler mit Hilfe dieses Workshops eine kritische Haltung zur Atomkraft und dem Problem der Endlagerung entwickeln konnten!

Melda-Irem Paylan

 

 

 

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