Manche Fachbereiche einer Schule brauchen besondere Räume und Materialien, um Lehrern und Schülern einen guten Unterricht zu ermöglichen. Zu diesen Bereichen mit besonderen Ansprüchen an die Architektur und Austattung zählen die nun im Folgenden vorgestellten Fachbereiche. Schüler und Schülerinnen der Schülerzeitung LEO NEWs (Leitung Herr Paul Schüler) der Leonore-Goldschmidt-Schule begleiteten uns durch die Schule, führten uns zu den Interviewpartnern und in die Fachbereiche.

 

Blick zurück aus der Schulstrasse auf den Eingangsbereich der Leonore-Goldschmidt-Schule mit roter Wand

 

Von A wie Aquarium bis zu Z wie Zoo: Der Fachbereich Naturwissenschaften

Wenn man die neugebaute Leonore-Goldschmidt-Schule betritt und durch die „Schulstrasse“ läuft, ist der Schulzoo zweifellos eines der Highlights, auf die man stößt. Die Schule besaß bereits 1974 einen Schulzoo, der im Neubau zunächst bei der Planung vergessen wurde. Hier entdeckt man hinter großen Glasscheiben Kanarienvögel, Meerschweinchen, Fische, ein Leopardengecko und Mäuse.

Seit kurzem sind vor den Aquarien des Schulzoos neue Sitzgelegenheiten, die zunächst fast überall in der Schule fehlten. Sie laden dazu ein, die Tiere zu beobachten. Andererseits kann man sich aber auch vorstellen, dass die Lage an der „Hauptverkehrsader" der Schule für die Tiere nicht ganz stressfrei ist, denn ein plötzliches Klopfen an die Scheibe oder Massen von lärmend vorbeiziehenden Schülern sind für die Tiere sicherlich gewöhnungsbedürftig.

 

    

Der Schulzoo: links das Vogelhaus mit Wellensittichen (Foto: Julia Hemkes)                               rechts: Aquarien, Terrarien, Meerschweingehege und alte, jetzt ersetzte Metallbänke (Fotos: Julia Hemkes)

 

Dadurch, dass der Schulzoo bei der Planung des Neubaus vergessen wurde, kam es zu Problemen bei der Umsetzung. Dort, wo er sich jetzt befindet, plante man ursprünglich ein Büro. Da der Zoo jedoch für wichtig erachtet wurde, haben die Architekten das Büro verlegt, obwohl schon Stromkabel und Steckdosen angebracht waren. Nun befinden sich diese Steckdosen, die durchaus eine Gefahr für die Tiere darstellen, in den Gehegen. Die Tierpfleger müssen darauf achten, dass die Tiere nicht an die Steckdosen kommen und stellen beispielsweise Kleintierhütten davor oder achten darauf, dass nicht zu viel Einstreu verteilt wird.

Die Fütterung der Tiere führt zeitweise die Fachbereichsleitung Frau Dr. Claudia Krone-Breitenbach durch, sie wird aber normalerweise von der Zoo-AG übernommen. In den Ferien kommen angelernte Schüler oder Frau Dr. Claudia Krone-Breitenbach und kümmern sich um die Tiere.

 

          

Frau Dr. Krone-Breitenbach bei der Versorgung der Meerschweinchen            Blick ins Gehege (Fotos: Julia Hemkes)

 

Neben dem Schulzoo gibt es viele weitere Räume, die zum NW-Bereich gehören. Böden und Wände der Fächer Biologie, Chemie und Physik, die zum Fachbereich NW gehören, sind farblich unterschiedlich gekennzeichnet. Der Biologie-Bereich trägt die Farbe Grün, der Bereich Chemie die Farbe Orange und Physik die Farbe Blau.

Die Wege zu den anderen Fachbereichen sind sehr lang. Der Biologie–Bereich liegt direkt neben dem Chemie–Bereich, der Physik–Bereich ist aber etwas weiter entfernt und nicht mehr mit dem Biologie- und Chemiebereich verbunden. Man muss zurück auf die Schulstrasse, die alle Gebäudeteile verbindet und die der einzige Verbindungsgang ist, da ein zweiter Flur im ersten Stock eingespart wurde.

Dadurch, dass auch die Lagerräume des NW-Bereiches voneinander entfernt liegen, ergibt sich das Problem, dass die Lehrer durch den Gang laufen müssen, um aus den verschiedenen Lagern Materialien zu holen. Unterrichtszeit geht verloren.

In den einzelnen Lagerräumen ist zu wenig Platz, sodass die Lehrer oft in mehreren Lagerräumen ihr Material zusammensuchen müssen. Die Verkleinerung der Lagerräume des NW–Bereiches wird durch Apothekerschränke ausgeglichen, in denen man viel Platz hat, um Materialien zu verstauen, aber auch um alles übersichtlich zu verwahren.

 

   

   Großer Lagerbedarf: Reihenweise Schränke ....                                                                Wagen stehen für den Unterricht bestückt bereit

 

 

Echt "spacig" - der verglaste Bereich zum Vorführen von Versuchen                                    Ein NW-Unterrichtsraum - hell, aber zu kleine Tische

 

  

 Blick in einen Lagerraum des NW-Bereiches                                                                     Labor mit Arbeitsplätzen                                 (Fotos Mara Gewinner und Marina Weber)

 

Gut verstaut: Chemikalien in einem Apothekerschrank

 

Die Innenhöfe bei den Chemieräumen waren zunächst als kleine Lager geplant, sind nun jedoch begrünte Lichthöfe, die das Gebäude hell und freundlich aussehen lassen.

Ein Vorteil des Naturwissenschaftsbereiches im Neubau ist, dass er sehr gute und große Experimentierplätze hat. Die Tische der Schüler sind jedoch sehr klein und zu niedrig, was v.a. für die etwas älteren Schüler unangenehm werden kann, da sie mit ihren Beinen ständig an die Tischkanten stoßen. Hörsäle gibt es nicht mehr.

Zum NW-Bereich gehört auch der Schulgarten, für den die Schule schon vor dem Neubau Gartenhäuser, Schubkarren usw. angeschafft hatte. Da dieser Bereich ebenfalls zunächst vergessen und erst zum Schluss der Planung hinzugefügt wurde, blieb nur noch ein kleiner Nebenhof für ihn übrig, der im Winter etwas trostlos aussah. Aber die Hochbeete bieten ab Frühjahr die Möglichkeit Kräuter und Gemüse anzupflanzen. Rund um das Gebäude gibt es große Grünflächen, sodass eine Erweiterung des Schulgartens denkbar wäre.

 

In den Hochbeeten sollen ab Frühjahr viele Kräuter und Gemüse angebaut werden (Foto: Julia Hemkes)

 

Marina Weber und Mara Gewinner

 

 

Voll schallisoliert:  Der Fachbereich Musik

Im Musikbereich gibt es insgesamt fünf Unterrichtsräume und zahlreiche weitere Material- und Übungsräume. Bei der Planung der Schule ist dem Architekten aber leider ein Fehler unterlaufen, denn der Musikbereich wurde versehentlich direkt über dem Verwaltungstrakt gebaut. Hier war man in Garbsen schlauer: Der Musikbereich liegt über dem Sportbereich!

Man hatte nicht bedacht, dass Instrumente spielende Schüler in den Büros und Sekretariaten so gut zu hören sind, dass sich niemand mehr konzentrieren kann und die musikalischen Übungen zur Lärmbelästigung werden. Der gesamte Musikbereich musste nachträglich schalldicht isoliert werden! Es gibt zudem schalldichte Übungsräume, die fast wie kleine ,,Zellen“ aussehen, in denen Schüler aber ohne Probleme ihre Instrumente spielen können. Die Keyboards im Unterrichtsraum werden nur mit Kopfhörern gespielt. In einem der Räume steht außerdem ein Flügel, der beim Bau der Schule mit einem Kran ins Innere gehoben wurde. Er kann natürlich in voller Lautstärke gespielt werden. Die Schule ist in diesem Bereich sehr gut ausgestattet und bietet ein Musikprofil in der Oberstufe an.

Erblina Smajlaj un Lisa-Sophie Seidl

 

   

Keyboardraum mit guter Schallisolierung an Wänden und Decke                                    Gitarrenlager

 

 

Heller Unterrichtsraum mit Klavier                                                                           Bereich mit kleinen schalldichten Übungsräumen rechts und links (Fotos: Lisa Sophie Seidl)

 

 

 

 

Vorhang auf: Der Fachbereich Darstellendes Spiel

 

 

Blick auf die Bühne in der neuen Aula der Leonore-Goldschmidt-Schule: Licht und Größe beeindrucken (Foto: Lisa-Sophie Seidl)

 

Kira Sonnemann (flash-Redaktion) bei der Führung durch die Räumlichkeiten des Fachbereiches Darstellendes Spiel, links angeschnitten im Bild: Herr Julian Mende, Fachbereichsleiter DS (Foto: Julia Hemkes)

 

Eine riesige und helle Aula, die Platz für 700 Stühle bietet und eine große Bühne mit vielen technischen Möglichkeiten - was kann man sich mehr wünschen, wenn man Theaterstücke auf die Bühne bringen will?

Wie Herr Julian Mende, der Fachbereichsleiter Darstellendes Spiel  an der IGS Mühlenberg (links im Bild), berichtete, ist es schwierig für Außenstehende, die Räumlichkeiten für einen solchen Fachbereich zu planen, denn nur die Fachlehrer bzw. Theaterfachleute wissen, worauf es bei der Planung ankommt! Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekt, Bauherr und späterem Nutzer wichtig!

Zwei der baulichen Mängel betreffen die Akustik und sind auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar. Sie sind für die Qualität der Aufführungen jedoch folgenschwer: Die Lüftung auf der Bühne gibt bei Betrieb einen Ton ab, der verstärkt wird, wenn die Darsteller auf der Bühne mit Mikrofonen auftreten. Die Bühne ist so angelegt, dass die Geräusche dort eingeschlossen bleiben und nicht zum Publikum vordringen. Dadurch ist es notwendig, die Darsteller mit Mikrofonen auszustatten, was aber durch die gleichzeitige Verstärkung der Lüftungsgeräusche zu einer Minderung der Tonqualitat führt. Somit ist die Bühne für alle Beteiligten eine akustische Herausforderung, denn während im Zuschauerraum die Darsteller nicht gut gehört werden, hallen die Nebengeräusche um so mehr.

Angrenzend an die Bühne befindet sich der Requisitenraum. Obwohl er sehr hoch ist, kann diese Höhe nicht in Gänze für die Requisiten (z. B. Hocker, Koffer oder Kunstbäume) genutzt werden, da zu wenige hohe Regale vorhanden sind. Dies erklärt Herr Mende mit der strengen Brandschutzverordnung, denn es dürfen nur bestimmte, nicht brennbare Regale zur Lagerung benutzt werden, diese sind aber leider bislang in der Anschaffung zu teuer für die Schule.

 

  

Großer Lagerbedarf:  Requisiten in schwindelnder Höhe

 

  

Der Fundus: Garderobe für jeden Anlass                                                           ... und natürlich auch jede Menge Schuhe

 

Ebenfalls zum Fachbereich Darstellendes Spiel gehört der Fundus, wo Kostüme für sämtliche Anlässe gelagert werden, zum Beispiel Kleider, Hosen und Jacken und natürlich Schuhe, Hüte oder Brillen.

Der für den Untericht im Fach Darstellendes Spiel wichtigste Raum neben der Bühne ist der Theorie-Raum mit dem angrenzenden Praxisraum zum Einüben von Stücken.

Während der Theorie-Raum einem ganz normalen Klassenzimmer entspricht, ist der Praxis-Raum abdunkelbar und wurde mit einer Musikanlage und Schwarzlichtlampen versehen.

 

Der Praxisraum:  Profis fallen nicht vom Himmel - hier wird geübt

 

An der IGS Mühlenberg kann man das Fach Darstellendes Spiel ab der 5. Klasse als AG und später als Wahl-Pflichtkurs belegen. Zu Weihnachten führt immer eine Klasse ein Weihnachtsmärchen auf. Darüber hinaus gibt es viele weitere Aufführungen der DS-Kurse, die für das Schulleben wichtig sind!

Trotz der Mängel in der Akustik und offener Wünsche zur Ausstattung finden Schüler und Lehrer in den neuen Räumen ideale Bedingungen zum Theaterspielen!

Außerdem wird die Aula auch für andere Veranstaltungen (z.B. Gesamtkonferenzen) genutzt und sogar vermietet. Auch der Stadtteil Mühlenberg profitiert auf diese Art und Weise vom Neubau, denn er hat einen großen Veranstaltungsraum dazu gewonnen.

Kira Sonnemann

 

 

Sonnengelb für den Fachbereich Kunst: Gute Bedingungen für kreatives Arbeiten

 

   

Gute Ausstattung: Mobiler, großer Trockerwagen                                                               Verschließbare Schränke bieten viel Lagerplatz (Fotos: flash-Redaktion)

 

Spontan konnten wir einen Blick in den Kunstbereich und einen der besetzten Unterrichtsräume werfen. Frau Susanne Elser zeigte uns, wie angenehm in den neuen großen und vor allem hellen Räumen mit großen Fenstern das praktische Arbeiten ist. Mithilfe der interaktiven Whiteboards können jederzeit Bilder an die Wand geworfen und besprochen werden. Große, tiefe Tische und drehbare Stühle schaffen ideale Bedingungen zum praktischen Arbeiten. Hier kann von Modellbau bis Druckgrafik alles gemacht werden. Hohe Schränke und tiefe Zeichenschränke mit Schubladen bieten bereits im Raum Lagerplatz für Papiere und Schülerarbeiten oder Unterrichtsmaterial. Auch der begrünte Innenhof wird von den Kunstlehrern besonders gelobt, denn hier können zum Beispiel Plastiken ausgestellt werden.

An einigen Stellen war man aber auch hier zu sparsam, so der Kunstlehrer und ehemalige didaktische Leiter Raimund Lehmann: Über den großen Waschbecken mit jeweils drei Wasserhähnen fehlt ein Fliesenspiegel  - ein Fehler, wie die bespritzten Wände über dem Waschbecken zeigen. Leider fehlt auch ein Kunst-Lehrerzimmer. Alle Kunstkollegen kommen aus entfernt liegenden Lehrerzimmern und müssen lange Wege zurücklegen, um zum Kunstbereich zu kommen. Das ist sehr unpraktisch!

 

 

Große Waschbecken ohne Fliesenspiegel - schade, dass auch hier gespart wurde
 

 

Die Akustikplatten können wie hier im Kunstbereich als Pinnwände genutzt werde. Sie eignen sich auch zur nachträglichen Schallisolierung und könnten zum Beispiel in Garbsen in der viel zu lauten Mensa angebracht werden. (Foto: Julia Hemkes)
 

 

Blick in einen der Kunsträume - im Hintergrund eines der Whiteboards, die sich überall in den Räumen befinden und gerade im Kunstbereich zur Bildbetrachtung wichtig sind (Fotos: Julia Hemkes)

 

Kira Sonnemann

 

 

Der Fachbereich Sport

Wenn man den Sportbereich betritt, ist man zuerst erstaunt, wie groß und sauber er ist, im Vergleich zu unserem in die Jahre gekommenen Sportbereich in Garbsen.

Mit uns im Fachbereich Sport war Ahmet, ein Schüler des 7. Jahrgangs aus der Schülerzeitung der Leonore-Goldschmidt-Schule. Er brachte uns zu seinem Sport- und Klassenlehrer, Herrn Schander. Wir interviewten ihn über den Hallenneubau und fragten ihn, ob er zufrieden mit dem Neubau der Sporthalle ist. Er erzählte uns, dass er eher unzufrieden sei, da es viele Nachteile gebe. Der erste Minuspunkt sei, dass die Halle zu viele Linien enthält, die durcheinanderlaufen und verwirren. Außerdem sind die Lagerräumer viel zu klein, so dass die Geräte teilweise vor dem Raum stehen. Beim Neubau fiel ein Teil des geplanten Gymnastikgeräteraums weg, da die Materialkosten zu hoch waren.

 

Die Dreifachhalle des Schulneubaus: verwirrendes Linienspiel am Boden

 

  

Ein Ärgernis: Zu kleine Geräteräume                                                                       Gitternetz zum Schutz der Zuschauer behindert auch die Sicht

 

   

 Saubere Umkleidekabinen und Sanitärbereiche                                                        Augenweide: Der großzügige Tribünenbereich (Fotos: Oliver Börsting, Kimberly Quast)

                                               

 

Ein weiterer Nachteil ist, dass es kein Netz für die Decke gibt. Es konnte aus Kostengründen nicht angeschafft werden. Beim Sportunterricht bleiben Fußbälle und Federbälle oben auf den Dachstützen liegen und man kommt nicht an sie heran. Ein zusätzliches Problem sind die Behindertentoiletten: Jungs und Mädchen mit einer Behinderung müssen sich eine Toilette teilen.

Vorteilhaft ist die Größe der neuen Halle, die gepflegten neuen Umkleidekabinen und der saubere Sanitärbereich. Da kann man schon neidisch werden ....

Die Lehrerinnen und Lehrer haben beim Lüften der Halle aber leider Probleme. Zum Lüften müssen die Notfalltüren geöffnet werden, denn es sind keine Fenster vorhanden, die man zu diesem Zweck nutzen könnte. Das liegt am Passivhaus, bei dem ja eigentlich kein Lüften über Fensteröffnungen vorgesehen ist. In einer Sporthalle ist dies jedoch ein großer Nachteil!

Eine Besonderheit der Halle ist die Zuschauertribüne. Sie ist nach den Aussagen von Herr Schander sehr wichtig, denn bei Sportfesten oder Turnieren kommen viele Zuschauer in die Halle. Es gibt vor der Zuschauertribüne ein Gitternetz, das die Zuschauer schützen soll, aber leider auch die Sicht auf das Hallengeschehen einschränkt. Durch das Gitternetz sind Aktivitäten wie Parkour leider nicht mehr möglich. Trotz aller Kritik: Im Große und Ganzen wirkt die Halle sehr großzügig und ansprechend!

Die IGS Mühlenberg nutzt auch eine Laufbahn mit einem Fußballplatz im Freien. Der Platz gehört dem nahegelegenen MTV Mühlenberg und die IGS Mühlenberg ist hier Zweitmieter. Nach Schulschluss können die Hallen über die Stadt gemietet werden, sodass der Stadtteil bzw. die Sportvereine von den Räumlichkeiten der Schule profitieren.

Oliver Börsting und Kimberly Quast